Baden-Württemberg (BW)

Rund 10,9 Millionen Menschen leben im Ländle. Baden-Württemberg gehört zu den wirtschaftlichen Schwergewichten: Das Pro-Kopf-Einkommen liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt, die Arbeitslosenquote ist (zusammen mit Bayern) die niedrigste bundesweit. Unternehmen aus Automobilindustrie und Maschinenbau gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern - darunter sind auch zahlreiche Zulieferer der Erneuerbaren-Energien-Branchen. Am gesamten Energieverbrauch (Primärenergie) stellen Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme 12,3 Prozent (2014).

Landesinfo

Trotz der bundesrechtlichen Rahmensetzungen bei der Förderung Erneuerbarer Energien haben die Länder erhebliche Einflussmöglichkeiten, die Energiewende im Strom-, Wärme- Verkehrsbereich voranzubringen oder zu bremsen. Nicht nur mittels spezieller Klimaschutz- oder Energiegesetze kann die Veränderung der Versorgungssysteme gestaltet werden. Auch die Landesplanung oder die Bau- und Kommunalordnungen haben einen erheblichen Einfluss auf den Ausbau von Wind- und Solarenergie, Wasserkraft, Bioenergie sowie Erd- und Umweltwärme.
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Wärmegesetze (Gesetzestext)

Daten
BW

Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Baden-Württemberg - Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG)

Fassung vom 17.03.2015

Zusammenfassung

Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil an Erneuerbaren Energien zu steigern, den Wärmeenergiebedarf zu senken, die Energie effizienter einzusetzen und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden voranzubringen.

Die Novelle des EWärme-Gesetzes sieht für alle am 1. Januar 2009 bereits errichteten Gebäude eine Pflicht zum Einsatz von 15 Prozent erneuerbarer Energien vor, wenn eine zentrale Heizungsanlage ausgetauscht wird. Der Pflichtanteil lag bisher bei 10 Prozent. Mit der Novelle werden auch  Nichtwohngebäude erstmals in die Nutzungspflicht einbezogen.

Das Gesetz lässt auch andere Erfüllungsmaßnahmen zu. So kann der Wärmeenergiebedarf des Gebäudes durch entsprechende Maßnahmen des baulichen Wärmeschutzes verringert oder durch ersatzweise Erfüllungsmaßnahmen die benötigte Energie effizienter genutzt werden. Die Solarthermie ist nicht mehr „Ankertechnologie“. Die Palette der Erfüllungsoptionen wird ausgeweitet und die Kombination verschiedener Erfüllungsmöglichkeiten zugelassen.  Als neue Erfüllungsoption wird ein gebäudeindividueller energetischer Sanierungsfahrplan in das Gesetz aufgenommen, der ausgehend vom Ist-Zustand des Gebäudes Empfehlungen für Maßnahmen am Gebäude enthält, die sich am langfristigen Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands im Jahr 2050 orientieren. 

EE-spezifische Regelungen

 4 Abs. 1: Bei Austausch einer Heizungsanlage mindestens 15 % des Wärmeenergiebedarfs aus EE, alternativ Reduktion des Energiebedarfs um 15 %

§ 5 Abs. 1: Anerkannt werden Strahlungsenergie, Geothermie, Umweltwärme,feste, flüssige und gasförmige Biomasse.

§ 6 ff.: Wohngebäude

§ 7: Solarthermie kann pauschal angerechnet werden (Vorgabe Fläche Solarthermie zu Wohnfläche)

§ 8: Anforderungen an Energieeinsparmaßnahmen

§ 9: Ein Drittel der Nutzungspflicht kann auch durch einen Sanierungsfahrplan erreicht werden.

§ 10: Ersatzmaßnahmen können KWK-Nutzung, Anschluss an Wärmenetze oder "eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu demGebäude" sein.

§ 11: EE, Einsparungen und Ersatzmaßnahmen können kombiniert werden.

§ 13 ff.: Nichtwohngebäude, Pauschalierung, Einsparmaßnahmen, Sanierungsfahrplan und Ersatzmaßnahmen sind analog möglich, ihre Anrechnung ist aber teils verschieden

Link zur Quelle

http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=ErnW%C3%A4rmeG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true&aiz=true

Anmerkungen:

Recherchestand: März 2019.