Zurück

Nachrichtenleser Best Practice

Wärme aus dem Boden für das Zwergenschloss

Brandenburg

Weitere Informationen
Energiestrategie 2030 des Brandenburger Ministeriums für Wirtschaft und Energie: https://mwe.brandenburg.de/de/energiestrategie-2030/bb1.c.491859.de

RENplus 2014 - 2020 der Investitionsbank Brandenburg: https://www.ilb.de/de/wirtschaft/zuschuesse/renplus-2014-2020/

Die Bürgerinnen und Bürger zur Nutzung eines regenerativen Heizsystems zu zwingen, kann nicht im Sinne eines auf Eigenverantwortlichkeit gründenden Wettbewerbssystems liegen. Dennoch kann die Landespolitik saubere Wärmetechnologien über einen erfolgreichen Einsatz von Förderprogrammen anreizen und entwickeln. Und in Brandenburg gelingt dies insbesondere im Bereich der Wärmepumpen überaus erfolgreich. Obwohl Brandenburg im Bundesländervergleich derAEE den insgesamt sechsten Platz belegt, erreicht es bei der Zunahme von Wärmepumpen bezogen auf die Wohnfläche Rang zwei in ganz Deutschland. Um zudem Vorbilder für die Privathaushalte zu haben, können kommunale Projekte die praktische Umsetzung veranschaulichen, wie etwa bei der Kindertagesstätte „Britzer Zwergenschloss“.

Die Kita im Landkreis Barnim war ein klarer Sanierungsfall. Hinter der schönen und alten Fassade versteckte sich ein verwinkelter Bau über drei Etagen, mit feuchtem Keller, defekter Ausstattung und hohen Heizkosten, die sogar die des benachbarten Rathauses überstiegen. Die letzte Sanierung, bei der zwar Hülle und Dach restauriert wurden, hatte es nicht geschafft, die Betriebskosten entscheidend zu senken. Da zudem auch Brandschutzmaßnahmen vorgenommen werden mussten, entschied sich die Gemeinde für einen Neubau. In puncto Energieversorgung setzt die neue Kindertagesstätte ein Zeichen in Richtung Zukunft, mit Solarmodulen auf dem Dach und einem Energiespeicher in der Erde, in der Fachsprache eTank genannt.

Grafische Darstellung des eTanks am Beispiel eines Einfamilienhauses in Bergfelde. Quelle: deematrix Energiesysteme GmbHDer eTank ist ein Energiespeicher, der dort ansetzt, wo die reinen Erzeugungsanlagen an ihre Grenzen stoßen. Die Herausforderung besteht darin, das zeitversetzte Vorkommen von Energieangebot und Wärmebedarf auszugleichen. Solarwärme steht uns nicht gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt zur Verfügung. Im Sommer, wenn wir sie am wenigsten brauchen, ist sie im Überfluss vorhanden. Umgekehrt haben wir einen großen Bedarf an Wärme im Winter, wenn Solarenergie nur in geringerem Umfang produziert wird. Ein saisonaler Speicher kann die Energieerträge so speichern, dass sie zu jeder Zeit abgerufen werden können.

Der eTank ist eine besondere Art von Energiespeicher, der im Neubau unter der Bodenplatte errichtet wird. Er besteht bis zu einer Tiefe von ca. 1,5 m aus mehreren Schichten Erdreich, in denen Leitungen verlegt sind, welche das Erdreich durch eine dank Sonnenenergie erhitzte Soleflüssigkeit erwärmt. Bei Heizbedarf wird die so im Erdreich gespeicherte Wärme über eine Wärmepumpe nutzbar gemacht und ins Heizsystem »zurückgeholt«. Im Sommer kann das gleiche System zur Kühlung eingesetzt werden.

Über die Investitionsbank Brandenburg können Mittel aus dem europäischen Förderprogramm RENplus 2014 – 2020 abgerufen werden, über die Investitionen zur Senkung der energiebedingten COa-Emissionen im Rahmen der Umsetzung der Energiestrategie des Landes Brandenburg unterstützt werden – wie das Britzer Zwergeschloss vorbildlich zeigt.

Zurück