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Strategie für dekarbonisierte Wärmenetze

Berlin

Weitere Informationen
Klimaschutzvereinbarungen der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: https://www.berlin.de/senuvk/klimaschutz/aktiv/vereinbarung/index.shtml

Laut Koalitionsvertrag des rot-rot-grünen Senats wird der Kohleausstieg Berlins vorangetrieben, 2017 soll die Stadt aus der Braunkohle- und spätestens 2030 aus der Steinkohlenutzung aussteigen. Diese Zielsetzung wurde bereits im Berliner Energiewendegesetz verankert. Für die Umsetzung sollen mit den Kraftwerksbetreibern verbindliche Ausstiegspläne vereinbart und mit allen Beteiligten eine Umstiegsperspektive als Teil einer nachhaltigen Wärmestrategie für Berlin vereinbart werden. Doch schon heute erproben die beteiligten Energieversorger die dekarbonisierte Wärmeversorgung und eine Nutzung möglichst regionaler Ressourcen.

Das Biomasse-Heizkraftwerk im Bezirk Reinickendorf mit einer Leistung von 18 Megawatt (MW) thermisch und fünf MW elektrisch markiert einen Meilenstein der Berliner Energieversorgung: Es ist das erste Vattenfall-Heizkraftwerk in Berlin, das zu 100 Prozent auf Kraft-Wärme-Kopplung aus naturbelassenen Holzhackschnitzeln setzt. Auf diese Weise erzeugt die Anlage besonders effizient und umweltfreundlich Fernwärme und speist gleichzeitig Strom in das Verteilnetz ein. Rund 70.000 Tonnen nachhaltig produzierte Biomasse – vorrangig aus der Region – ermöglichen eine CO2-Einsparung von bis zu 26.000 Tonnen pro Jahr.

Mit dem Biomasse-Heizkraftwerk in der denkmalgeschützten Hülle des ehemaligen Heizwerks geht Vattenfall am Standort den Schritt ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Berliner Klimaschutzvereinbarung sowie die der Klimaschutzpartnerschaft mit der GESOBAU AG, einem der sechs kommunalen Wohnungsunternehmen in Berlin. Die Anlage im Märkischen Viertel versorgt rund 30.000 Haushalte, die überwiegend zu den Beständen der GESOBAU gehören. Auch bei den Holzhackschnitzeln wird versucht, möglichst auf regionale und nachhaltige Quellen zu setzen.

Die Biomasse für das Biomasseheizkraftwerk im Märkischen Viertel kommt aus Kurzumtriebsplantagen in Brandenburg, wie hier in Massen. Quelle: Gemeinde Massen NiederlausitzEine sehr nachhaltige Form der Energiehölzer sind sogenannte Kurzumtriebsplantagen, die etwa im nahen Brandenburg angelegt wurden. Die dort schnell wachsenden Energiehölzer können regelmäßig geerntet werden und schonen durch ihren dauerhaften Bestand die Böden. Für die sandigen Böden im Berliner Umland und die in der Region bekannte Gefahr einer Trockenheit im Frühsommer sind Pappeln die Baumart der Wahl. Rund 10.000 Stecklinge werden je Hektar angepflanzt. Daraus wachsen rund 10 Tonnen Holz. Der Energieholzanbau bringt einige ökologische Vorteile. Es ist nur ein geringer Einsatz von Pflanzenschutzmittel notwendig. Beim Pappelanbau ist auch keine mineralische Düngung erforderlich. Da nur alle drei Jahre geerntet wird, bieten die KUPs einen Rückzugsraum für die Tierwelt. Die Bodenruhe fördert zudem den Humusaufbau und damit Ertragskraft des Bodens. Auch das Biomasse-Heizkraftwerk im Märkischen Viertel wird mit den Holzhackschnitzeln aus Brandenburg versorgt – so sorgt die Berliner Wärmwende auch großräumig für ökologische Verbesserungen.

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