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Innovative Wärmenetze

Baden-Württemberg

Weitere Informationen
Förderprogramm Energieeffiziente Wärmenetze des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/energie/informieren-beraten-foerdern/foerdermoeglichkeiten/energieeffiziente-waermenetze/

Informationen zur Gemeinde Büsingen: http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/energie-kommunen/energie-kommunen/buesingen.html

Wärmenetzsysteme 4.0: Endbericht der Kurzstudie zur Umsetzung der Maßnahme „Modellvorhaben erneuerbare Energien in hocheffizienten Niedertemperaturwärmenetzen“ des Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH zum Download: https://www.ifeu.de/wp-content/uploads/W%C3%A4rmenetze-4.0-Endbericht-final.pdf

Der Wärmemarkt hat mit rund 50 Prozent den größten Anteil am Endenergieverbrauch und bietet damit großes Potenzial, CO2-Emissionen zu reduzieren. Um die Energiewende im Wärmesektor voranzubringen und die Wärmeversorgung spätestens bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral zu gestalten, muss vor allem der Wärmebedarf von Gebäuden konsequent reduziert und der verbleibende Restwärmebedarf vornehmlich auf Basis Erneuerbarer Energien gedeckt werden. Vor diesem Hintergrund unterstützt die baden-württembergische Landesregierung den Ausbau energieeffizienter Wärmenetze und setzt damit wichtige Maßnahmen des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts Baden-Württemberg sowie des Landeskonzepts Kraft-Wärme-Kopplung um. Denn Wärmenetze ermöglichen es, Erneuerbare Energien, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme im Zusammenspiel und damit möglichst effizient zu nutzen.

Mit dem breit angelegten Förderprogramm energieeffiziente Wärmenetze sollen nicht nur der Bau und die Erweiterung von Wärmenetzen, sondern auch die Erstellung von Wärmeplänen als Grundlage für Wärmenetze gefördert werden. Zudem sollen gezielt auch Beratungs- und Informationsmaßnahmen im Vorfeld zu einer Investition unterstützt werden, um Akteure vor Ort zur Umsetzung von Wärmenetzen zu motivieren. Das Förderprogramm energieeffiziente Wärmenetze umfasst drei verschiedene Förderbausteine: Der erste Förderbaustein umfasst die kommunale Wärmeplanung, der zweite Förderbaustein, dessen Ausschreibung bereits beendet wurde, umfasst Beratungsinitiativen und der dritte Förderbaustein Investitionen in Wärmenetze.

Das Kollektorfeld und die Heizzentrale in Büsingen sind Vorbild für innovative Wärmenetze in Baden-Württemberg. Quelle: Solarcomplex AGEines der ersten innovativen Wärmenetze Deutschlands wurde in der baden-württembergischen Gemeinde Büsingen errichtet. Auf Grund der besonderen Lage als baden-württembergische Exklave in der Schweiz setzte sich die Gemeinde früh für den Klimaschutz im Wärmesektor ein. Die Gemeinde kontaktierte die solarcomplex AG, eine Art regeneratives Stadtwerk von Bürgern für Bürger aus der Bodensee-Region, mit dem Wunsch einer Nahwärmeversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien. Gemeinsam wurden verschiedene Versorgungsmöglichkeiten geprüft.

Als beste Lösung zur Vermeidung von fossilen Lösungen erwies sich dabei eine Kombination aus zwei regenerativen Wärmetechnologien, Holzhackschnitzel und Solarthermie: Die Solarthermie als technisch einfache Lösung kann den Biomassekessel entlasten: Sie vermeidet unwirtschaftlichen Teillastbetrieb und schafft Zeit für Wartungen an der Holzhackschnitzelheizung. Die Einbindung der Solaranlage senkt die Verbrennung von Biomasse im Sommer, der Holzbedarf der Gemeinde Büsingen wird pro Jahr um viele Kubikmeter Holz gesenkt und ermöglicht so Einsparungen bei den Betriebskosten. Büsingen bietet damit ein erfolgreiches Praxisbeispiel, welchem viele weitere innovative Wärmenetze in Baden-Württemberg folgen werden.

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