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Ökonomische Effekte der Energiewende auf Länderebene

Quelle des Teaserbildes: Eurogate GmbH

Hintergrundpapier zu den ökonomischen Effekten der Energiewende: http://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/hintergrundpapiere/erneuerbare-energien-ein-gewinn-fuer-den-wirtschaftsstandort

Weitere Informationen zu wirtschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien finden Sie auf den entsprechenden Themenseiten der Agentur für Erneuerbare Energien: http://www.unendlich-viel-energie.de/themen/wirtschaft 

Ökonomische Effekte des Ausbaus Erneuerbarer EnergienDie Energiewende hat nicht nur Auswirkungen auf die Art und Weise unserer Energieerzeugung, sondern bringt auch wirtschaftliche Effekte und veränderungen mit sich. Dabei entstehen einerseits Kosten, etwa für die Investitionen in den Bau der Erneuerbare-Energien-Anlagen oder von neuen Stromleitungen, aber auch für die Erforschungen neuer Speicher- oder Kommunikationstechnologien. Auf der anderen Seite profitieren wir schon heute von diesem Transformationsprozess, durch neue Branchen und Exportchancen, Arbeitsplätze, Wertschöpfung und vermiedene Kosten für fossile Brennstoffimporte. Zudem vermeiden Erneuerbare Energien Treibhausgase und andere Umweltschäden, deren Kosten auf Dauer auch von der Gesellschaft getragen werden müssten. Eine erfolgreiche Energiewende ist daher nicht nur aus umwelt- sondern auch aus wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten sinnvoll. Einige Kennzahlen zur Ökonomie der Energiewende auf Länderebene sind folgend aufgeführt:

Unternehmen

Bundesländerkarte mit der Anzahl der Unternehmen der Erneuerbare-Energien-BrancheZu Anfang des Jahres 2018 waren über 35.300 Unternehmen in Deutschland in der Erneuerbare-Energien-Branche tätig. Die meisten davon sitzen in Bayern (7.337), Nordhrein-Westfalen (4.658), Niedersachsen (4.642) und Baden-Württemberg (4.223). Im Vergleich zur Gesamtzahl der im Land ansässigen Unternehmen war der Anteil der Branchenfirmen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten (1,9 Prozent), gefolgt von Niedersachsen und Brandenburg (je 1,5 Prozent). Das Wachstum der Erneuerbaren-Energien-Branche bringt somit vor allem in eher wirtschaftsschwachen Regionen neue Entwicklungschancen. Auch wenn die Zahl der Unternehmen im Verlgeich zu 2016 leicht rückläufig ist, ist die Entwicklung über die letzten Jahre gesehen doch erfreulich. Gab es im Jahr 2009 erst noch 20.655 entsprechende Unternehmen, waren es zwei Jahre später schon knapp 29.000 und heute knapp 34.000.

Klimaschutzumsätze

Bundesländerkarte zu Umsätzen mit Klimaschutzbezug

2016 wurden in Deutschland Umsätze mit Klimaschutzbezug in Höhe von ca. 46 Mio. Euro generiert, was eine deutliche Steigerung gegenüber den vorangegangenen Jahren darstellt. Den deutlich größten Anteil hieran hatte Bayern mit rund 10 Mio. Euro, gefolgt von Baden-Württemberg mit knapp über 6,5 Mio. Euro. Vor allem für die Industrie in den neuen Bundesländern sind die Umwelttechnologien aber ein wichtiges Standbein. Bezogen auf das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) waren die Umsätze mit Klimaschutzbezug mit 84,5 Euro pro 1.000 Euro BIP in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten, und auch das Saarland und Thüringen sind in den Top fünf dieses Rankings zu finden.

Umsätze mit Erneuerbaren Energien

Nur mit Erneuerbaren Energien wurden im Jahr 2014 in Deutschland fast 15,3 Mio. Euro umgesetzt. Deutlich am meisten wurde dabei in Niedersachsen (2,4 Mio. Euro) umgesetzt, gefolgt vom Nachbarland Schleswig-Holstein (1,6) und Bayern (1,5). Bereits auf dem vierten Platz befindet sich das kleine Hamburg, welches seinen Umsatz durch Erneuerbare Energien im Vergleich zum Vorjahr auf 1,3 Mio. Euro etwa vervierfachen und damit dem negativen Bundestrend am deutlichsten trotzen konnte. Bezieht man die Umsätze durch Erneuerbare Energien auf das BIP, führt Mecklenburg-Vorpommern mit 33,7 Euro pro 1.000 Euro BIP, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die Industrie in strukturschwachen Regionen profitiert also besonders von der Erneuerbare-Energien-Branche.

Marktanreizprogramm

Die Erneuerbaren Energien im Wärmebereich werden nicht über das EEG gefördert, sondern über das Marktanreizprogramm (MAP). Mit dem MAP fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Umstellung von alten Öl- oder Gasheizungen auf Solarwärme, Wärmepumpen und Holzheizungen. Im Jahr 2016 wurden über das MAP 52.300 Anträge für neue Heizungen auf Basis Erneuerbarer Energien eingereicht, 2015 waren es jedoch noch 63.583. In den vergangenen zehn Jahren wurden bereits über 1,6 Millionen Öko-Heizungen über das MAP gefördert. Da die Förderung immer nur anteilig bzw. bezuschussend gezahlt wird, werden durch das Programm Investitionen angereizt, die ohne Unterstützung vielleicht nicht getätigt worden wären. So sorgte jeder Euro Fördergeld aus dem Programm für Investitionen von im Schnitt 7,40 €. Die Unterschiede zwischen den Ländern bei den ausgelösten Investitionen sind zwar nicht allzu groß, schwanken aber doch zwischen knappen 6 und über 8 Euro. Die größten Investitionen wurden dabei mit 8,72 Euro pro Euro Fördergeld in Bremen und mit je 8,30 Euro pro Euro Fördergeld in Hamburg und Baden-Württemberg ausgelöst.

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